Carl Djerassi, Romanautor, Dramatiker und emeritierter Professor fŸr Chemie an der
Stanford University, ist ein in Wien geborener
amerikanischer Naturwissenschaftler, dem sowohl 1973 die National Medal of
Science fŸr die erste Synthese eines steroidalen oralen
Kontrazeptivums (der "Pille"), als auch 1991 die National Medal of
Technology fŸr die Entwicklung neuer Methoden zur
InsektenbekŠmpfung verliehen wurde. FŸr seine ForschungstŠtigkeit wurde er mit
zahlreichen wissenschaftlichen Auszeichnungen und 20 Ehrendoktoraten geehrt.
DarŸber hinaus erhielt er 1999 das ã…sterreichische Ehrenkreuz fŸr Wissenschaft
und KunstÒ, 2001 den ãPreis der Gesellschaft Deutscher Chemiker fŸr
SchriftstellerÒ, 2002 die ãEhrenmedaille der Bundeshauptstadt Wien in
Gold" (2002), 2003 das ãGro§e Verdienstkreuz der Bundesrepublik
DeutschlandÒ sowie die ãErasmus MedailleÒ der Academia Europeae, 2004 die Gold
Medaille des American Institute of Chemists, und 2005 den ãPremio letterario
SeronoÒ (Rome) sowie die ãLichtenberg-MedailleÒ der Akademie der Wissenschaften
zu Gšttingen. In 2005 erschien eine šsterreichische Briefmarke mit Djerassis
Bild.
Carl Djerassi hat Kurzgeschichten geschrieben (Wie ich
Coca Cola schlug und andere Geschichten), einen
Lyrikband (Die Uhr lŠuft rŸckwŠrts) und fŸnf
Romane (Cantors Dilemma; Das Bourbaki Gambit; Marx, verschieden; Menachems
Same; NO), die als ãScience-in-FictionÒ – ãWissenschaft in
der FiktionÒ – die menschliche Seite der Wissenschaft veranschaulichen
und die persšnlichen Konflikte schildern, in die Wissenschaftler durch ihre
Arbeit oft geraten. Seine ãScience-in-FictionÒ Tetralogie ist jetzt in zwei
BŠnden erschienen (Stammesgeheimnisse und Aufgedeckte
Geheimnisse). DarŸber hinaus verfasste er eine Autobiographie (Die
Mutter der Pille) und einen Memoirenband (This ManÕs
Pill: Sex, die Kunst und Unsterblichkeit).
Seit 1997 konzentriert sich Djerassi auf das Schreiben von
TheaterstŸcken, die er unter dem Oberbegriff ãScience-in-TheatreÒ
zusammenfasst:
Das erste StŸck, AN
IMMACULATE MISCONCEPTION, deutsch UNBEFLECKT, befasst sich mit den neuesten Entwicklungen im Bereich kŸnstlicher
Reproduktion. Es wurde 1998 beim Edinburgh Fringe Festival uraufgefŸhrt und
seither in London (New End Theatre, Bridewell Theatre), San Francisco (Eureka
Theatre), Wien (Jugendstiltheater), Kšln (Theater am Tanzbrunnen), MŸnchen
(Deutsches Museum), Berlin (Gorki Theater), Sundsvall (Teater VŠsternorrland),
Stockholm (Dramaten), New York (Primary Stages), Sofia (Satire Theater), Genf
(Thމtre du GrŸtli), Seoul (Dong Duk Art Center), Tokio (Bunkyo Civic Hall
Theatre), Los Angeles (LA Theatre Works), Lissabon (Teatro da Trindade),
Singapur (Singapore Repertory Theatre) und Detroit (Hilberry Theatre)
inszeniert. Das StŸck wurde in 11 Sprachen Ÿbersetzt und ist in Englisch, Deutsch,
Schwedisch und Spanisch in Buchform erschienen. Im Jahr 2000 wurde es als ãPlay
of the WeekÒ von der BBC beim World Service ausgestrahlt, der Westdeutsche
Rundfunk Kšln und das Schwedische Radio Ÿbertrugen es 2001, 2004 der US-Sender
NPR und 2006 Radio Prag.
Das zweite BŸhnenwerk, OXYGEN, das
Djerassi gemeinsam mit NobelpreistrŠger Roald Hoffmann schrieb, hatte 2001 am
San Diego Repertory Theatre Premiere. Das StŸck erlebte Ÿber 200
FolgeauffŸhrungen: Mainfranken Theater WŸrzburg (Gastvorstellungen in MŸnchen,
Leverkusen und Halle), Gro§britannien (London, Cambridge, Glasgow u.a.), Korea
(Seoul, Pohang), USA (Madison/WI, Columbus/OH, Brockport/NY, Grantham/PA,
u.a.), Kanada (Toronto, Ottawa), Neuseeland (Wellington), Japan (Tokio),
Brasilien (Rio de Janeiro und Sao Paulo), Italien (Bologna), Bulgarien (Sofia,
Pleven), und Portugal (Porto). Sowohl die BBC (World Service) als auch der WDR
sendeten im Dezember 2001 die Hšrspielfassung zum hundertsten Geburtsjahr des
Nobelpreises, der in diesem StŸck eine zentrale Rolle spielt. †bersetzungen des
Dramas liegen in 10 Sprachen vor; als Buch erschien es in 8 Sprachen.
Djerassis drittes StŸck,
KALK†L (CALCULUS), das vom berŸhmt-berŸchtigten
PrioritŠtsstreit zwischen Newton und Leibniz handelt, ist in Buchform auf Deutsch,
Englisch und Italienisch erschienen. KALK†L wurde
– Šhnlich den ersten beiden Theaterwerken Djerassis - zunŠchst als szenische Lesung (ãstaged
rehearsed readingÒ) gezeigt (Berkeley, London, Wien, MŸnchen, Berlin, Dresden,
Oxford), ehe 2003 in San Francisco die Theater-Premiere stattfand. Im Sommer
2004 wurde das StŸck in einer Serie von Ÿber 30 AuffŸhrungen in London gespielt
und dann in 2005 in Dublin und Cambridge. Die Version als Musiktheater (Musik:
Werner Schulze; Regie: Isabella Gregor) hatte im Mai 2005 am Opernhaus ZŸrich
(StudiobŸhne) Premiere.
Djerassis erstes
ãnicht-naturwissenschaftlichesÒ TheaterstŸck, EGO
(Premiere 2003, Edinburgh Fringe Festival) erfuhr unter dem Titel THREE ON A
COUCH eine Weiterentwicklung der Themen (London, KingÕs Head
Theatre). Die Hšrspielfassung wurde 2004 vom Westdeutschen Rundfunk
ausgestrahlt. Die deutschsprachige ErstauffŸhrung fand im Oktober 2005 am
Landestheater Sankt Pšlten, …sterreich, statt. 2006 und 2007 folgte eine
Deutschland-Tournee durch die Konzertdirektion Landgraf.
Im April 2005 hatte am
Londoner New End Theatre und dann im KingÕs Head Theatre Djerassis fŸnftes Werk
PHALLACY Premiere, in dem Wissenschaft und Kunst verknŸpft
werden. Die amerikanische Premiere folgte in 2007 im Cherry Lane Theatre in New
York. Eine Hšrspielfassung wurde 2006 vom Westdeutschen Rundfunk unter dem
Titel PHALLSTRICKE ausgestrahlt. Das neueste
StŸck, TABOOS, hatte seine Londoner Premiere (New End
Theatre) im Februar 2006 und auf Deutsch in Graz im Juli 2006.
Au§erdem schreibt
Djerassi seit einiger Zeit "pŠdagogische Wortgefechte", die an
Schulen an die Stelle von VortrŠgen treten sollen. Das erste, ãICSI - Sex im
Zeitalter der technischen ReproduzierbarkeitÒ, wurde in Englisch, Deutsch,
Chinesisch und Italienisch veršffentlicht und an Schulen in den USA,
Deutschland, …sterreich, Italien und Taiwan aufgefŸhrt. Das zweite, ãNOÒ, in
Zusammenarbeit mit Pierre Laszlo, erschien 2003 in Englisch, Deutsch und
Franzšsisch.
Djerassi ist GrŸnder des
Djerassi Resident Artists Program in der NŠhe von
Woodside/Kalifornien, einer Stiftung, die KŸnstlern aus den Bereichen Visual
Arts, Literatur, Choreographie, Darstellende KŸnste und Musik Wohnmšglichkeit
und Studio-Raum zur VerfŸgung stellt. Seit seiner Einrichtung im Jahre 1982
haben Ÿber 1500 KŸnstler aus aller Welt diese Fšrderung in Anspruch nehmen
kšnnen.
Carl Djerassi
lebt mit seiner Frau Diane W. Middlebrook, einer Biographin und emeritierten
Professorin fŸr Anglistik an der Stanford University, in San Francisco und
London.
FŸr weitere Informationen siehe http://www.djerassi.com